Freitag, 16. April 2010

Lago di Bracciano



Der Fruehling bleibt bestimmt! Langsam aber sicher ist es endlich wieder Zeit fuer einen ersten Besuch in meiner Lieblingseisdiele, eine neue Sonnenbrille und Bracciano. Bracciano ist ein kleiner, suesser Ort circa 40km ausserhalb der capitale, der mit seinen Nachbarorten Anguillara und Trevignano Romano zu den beliebtesten Wochenendausflugszielen aller autofahrenden Roemer gehoert. Da der Regionalzug aber praktisch mitten im Ortskern haelt, bleibt ein Ausflug nach Bracciano Gott sei Dank auch fuer Besucher ohne Auto kein Ding der Unmoeglichkeit.

Bracciano bietet alles was sich das Grossstadt-Herz nur wuenschen koennte: eine pittoresque Seepromenade, eine noch pittoresquere Altstadt mit super Aussicht auf den lago, ein imposantes Buergermeisteramt mit dazugehoerigem Dorfplatz in strategischer Lage (weiterlesen lohnt sich), viele Einzelhandelsgeschaefte und, last but not at all least, ein charmantes Schloss. Fuer dieses sollte man sich uebrigens die Zeit einer Innenbesichtigung goennen, Karten gibt es gleich neben dem Eingang. Tom Cruise konnte den Besitzer vor einigen Jahren davon ueberzeugen ihm das Schloss fuer seine Hochzeit mit Katie zu ueberlassen, insofern kann man es also auch mieten, es ist alles nur eine Frage der Argumentation.

Obwohl die Einwohnerzahl innerhalb der letzten acht Jahre rasant auf circa 19.000 gestiegen ist, hat es Bracciano zu jedermanns Freude geschafft seine laendliche Idylle zu bewahren. Genehmigungen fuer neue Immobilien gab es nur fuer Bauten ausserhalb des Ortskerns bzw. rund um den See, mittlerweile liegt der aktuelle Quadratmeterpreis uebrigens um die EUR 2500. Fuer roemische Verhaeltnisse immer noch ein bargain und ist wohl, mit der frischen Luft, einer der Gruende warum so viele Pendler taeglich den langen Anfahrtsweg ins capitale Buero auf sich nehmen.

Von Roma San Pietro gelangt man mit der FR3 Regionalbahn in plus minus achtzig Minuten in den oberen Ortskern und von dort aus zu Fuss zu allen Sehenswuerdigkeiten und natuerlich dem Seeufer. Familien mit bambini kann ich die Bar direkt am Dorfplatz mit seinen Sitzgelegenheiten im Freien sehr empfehlen, waehrend die Grossen entspannen koennen die kids in Seh- und Reichweite, ohne Autoverkehr, mit anderen Kindern Freundschaft schliessen. Wer will schon stillsitzen? Den Blick aufs Schloss gibt es selbstverstaendlich dazu und im Sommer kann man seinen Durst auf dem Weg runter zum See mit dem Kauf einer fruchtigen Scheibe Riesenwassermelone loeschen. Wo wir gerade von entspannen sprechen, alle Geschaefte bleiben ueber die Mittagszeit von circa 13.30 Uhr bis circa 17 Uhr geschlossen. 

Einen typisch italienischen Markt hat Bracciano natuerlich auch, aber in my modest opinion lohnt sich ein richtiger Marktbesuch nur in einigen Stadtvierteln der Hauptstadt. Zu diesem Thema, sowie auch zu Anguillara und Trevignano Romano auf diesem blog bald mehr denn jeder einzelne Ort rund um den Bracciano See ist einen eigenen post wert! Buon weekend! 

Samstag, 10. April 2010

Metro Roma


Ob man nun waehrend der japanischen rush hour U-Bahn faehrt oder frueh morgens in Rom auf einen Sitzplatz in der Metro hofft sollte an und fuer sich eigentlich keinen Unterschied machen moechte man meinen und doch gibt es Besonderheiten, die das italienische Pendeln insgesamt sicherlich angenehmer machen:

! Anstatt die Handtasche mit unnoetigem Ballast zu beschweren kann man Regenschirm, Taschentuecher und Mini - Taschenlampen ruhig daheim lassen. Falls auf der Fahrt ins Buero unerwartet die Sinnflut einbrechen sollte, eine neue Grippewelle ausbricht oder eine Sonnenfinsternis auftritt kann man darauf vertrauen, dass an allen Metro Ein- bzw. Ausgaengen wie aus dem Nichts ambulante Verkaeufer erscheinen, die mit allem Notwendigen aus der Patsche helfen. 

! Flexibilitaet ist auch im oeffentlichen Nahverkehr der Schluessel zu fast Allem. Jedem ehrlichen, gewissenhaften Fahrgast kann es passieren sein biglietto vor Fahrtantritt nicht entwerten zu koennen weil, zum Beispiel, der Entwerter (auch Abstempelkasten genannt) defekt ist. Wie ich in anderen Grossstaedten schon beobachten konnte suchen manche Menschen in dieser Situation, von der Panik gepackt, rastlos den ganzen Bahnsteig nach einem alternativen Entwerter ab. Die besonders Ehrlichen und Gewissenhaften lassen sogar die, zwischenzeitlich schon eingetroffene, Bahn weiterfahren und machen sich nochmals auf den Weg zum Haupteingang um sich mit dem Stationsvorsteher zu beraten.

In Rom hat es der ehrliche, gewissenhafte Fahrgast sehr viel einfacher - er entwertet das Ticket einfach selbst. Mit einem Kugelschreiber notiert er Datum, Uhrzeit und den Namen der Haltestelle auf die Fahrkarte und der Fall ist erledigt. Ich habe die gleiche Loesung schon einmal im schoenen Heidelberg versucht und kann von Glueck sagen nicht vorbestraft gelistet worden zu sein ;-).

! Diejenigen, die schon kurz nach dem Aufstehen Lust auf intellektuelle Gespraeche verspueren finden im roemischen U-Bahnnetz immer Diskussionspartner. Ob man die anderen Fahrgaeste kennt oder nicht tut nichts zur Sache, man ist immer herzlich willkommen denn jede Meinung zaehlt. Wer nicht reden will kann statt dessen natuerlich auch lesen: Leggo und Citylife Roma werden vor jedem Eingang gratis verteilt und informieren ueber den aktuellen Stadttratsch. Wer es etwas interessanter mag packt, wie ich, "Shantaram" von Gregory David Roberts in die Handtasche. Ueber tausend spannende Seiten indisches Abenteuer.

! 75 Minuten Fahrt fuer einen Euro und die Monatskarte gibt es fuer nur dreissig. Bei diesen Preisen macht mir der ein oder andere, gelegentliche Streik der ATAC Mitarbeiter wirklich nichts aus.

Jede Menge Info zum Nahverkehr und alle Liniennetzplaene gibt es uebrigens ueber diesen Link ATAC - Oeffentliche Verkehrsmittel (auf der Linkseite unten). 

Mittwoch, 7. April 2010

Capretto



Ich hoffe Ihr habt viele Ostereier gefunden! Wie versprochen hier ein update zu unserem Ostermenu, alle Vegetarier, Kinder und WWF Mitglieder sollten diesen Post aber fuers eigene Wohlbefinden lieber ueberspringen!

Ueblicherweise gibt es auf diesen Breitengraden zu Pasqua entweder Abbacchio also Lamm oder Capretto also Ziege, eigentlich muesste es Laemmchen bzw. Zicklein heissen, denn das junge Tier sollte sich einzig und allein von Muttermilch ernaehrt und noch keinen Grasshalm gefressen haben bevor es auf den Teller kommt. 

Ein schon zehn Kilo schweres capretto ist also logischerweise kein capretto mehr sondern eher eine capra und falls man sich vom Metzger uebers Ohr hat legen lassen kann es passieren, dass man anstatt zartes eher zaehes Fleisch kaut. Dieses capretto war weder zaeh noch trocken sondern kam mit Rosmarin, Salz, Olivenoel, ungeschaelten Knoblauchzehen und einem Glas Wein (nach halber Garzeit) fuer insgesamt vierzig Minuten bei 190° in den Ofen. Yummy!

Osterei inklusive Ueberraschung

Samstag, 3. April 2010

Supermarkt Super Cose in Rom - zweite Hälfte









Supermarkt Super Cose in Rom - erste Hälfte


Aktuelle Osterangebote aus unserem lokalen
supermercato, viel Spass beim Blaettern und Zoomen!





















Freitag, 2. April 2010

P wie Pasqua oder O wie Ostern

Auch dieses Jahr sind meine Eltern wieder über Ostern zu Besuch! Nach einem wunderschönen und schon zur Tradition gewordenen Spaziergang über den Petersplatz ging es gestern Richtung supermercato zu einem ebenso wunderschönen und schon zur Tradition gewordenen Spaziergang durch gefüllte Regale denn glücklicherweise hat Ostern auch immer sehr viel mit Essen zu tun.

Wie man sich denken kann gibt es da so Einiges was an italienischen Ostern nicht fehlen darf: Colomba, ein süsser Kuchen in Form einer Taube mit kandierten Früchten und Mandeln sowie auch grosse Schokoladenostereier inklusive Überraschung gehören zum Fest wie Laternen zum deutschen Sankt Martinstag.


Das Ostersonntagmenu wird noch heiss diskutiert, aber heute gibt es Fisch und zwar keinen Zuchtfisch sondern frischgefangenen Meeresfisch. Vor noch einer Stunde standen meine mamma und ich in der örtlichen pescheria und nach einem intensiven Erfahrungsaustauch mit anderen Kunden und dem pescheria Inhaber entschieden wir uns für eine 1,7kg schwere pezzonia. Diese kommt übrigens mit nur einigen Tomätchen, wenig Olivenöl und Salz für 35 Minuten in den Ofen. Dazu gibt es patate al forno und eine Flasche Wein. Was will man mehr? Lecker!


Ich wünsche Euch wunderbare, sonnige Ostertage!